Arbeitsvertrag

Der Arbeitsvertrag

Zur Begründung eines Arbeitsvertrages ist gesetzlich keine Schriftform vorgeschrieben. Wer anfängt zu arbeiten, ohne einen schriftlichen Arbeitsvertrag in den Händen zu halten, hat trotzdem einen Arbeitsvertrag abgeschlossen – und zwar mündlich. Theoretisch muss auch über die Vergütung nicht ausdrücklich gesprochen worden sein. Ist hierüber nichts festgelegt, so schuldet der Arbeitgeber nämlich gemäß § 612 BGB die “übliche” Vergütung. Wie hoch diese ist, ergibt sich aus einem Vergleich mit den in der Branche üblichen Gehaltszahlungen.

Und wenn die Schriftform fehlt?

Ar­beits­verträge wer­den gar nicht so sel­ten münd­lich oder durch schlüssi­ges Ver­hal­ten ab­ge­schlos­sen. So kommt es z.B. recht oft vor, dass man von heu­te auf mor­gen vorüber­ge­hend als Aus­hil­fe ein­springt und dann doch länger bleibt als ge­plant. Auch wenn der schrift­li­che Ver­trag dann auf sich war­ten las­sen soll­te, hat man in ei­nem sol­chen Fall be­reits ei­nen recht­lich ver­bind­li­chen Ar­beits­ver­trag ab­ge­schlos­sen, d.h. rechts­wirk­sam ein Ar­beits­verhält­nis be­gründet. Sie stehen also – entgegen der oft geäußerten Meinung – nicht ohne Recht da, wenn Sie (noch) keinen schriftlichen Arbeitsvertrag in den Händen halten.

Die Pflicht des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber ist jedoch gemäß § 2 NachwG verpflichtet einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen. Als Arbeitnehmer haben Sie somit einen Anspruch auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag, welcher auch einklagbar ist. Weigert sich Ihr Arbeitgeber, ihnen einen schriftlichen Vertrag auszufertigen, so können Sie sich gern an unsere Kanzlei wenden.

Photo by Mari Helin on Unsplash



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